Arbeitsauftrag Portfolio

Umweltbelastung durch Sonderkulturen
In den Aktivräumen an den Küsten hingegen übte diese Entwicklung einen enormen Druck auf die Naturreserven Wasser und Boden aus; zugleich führte der Anbau in den Gewächshäusern zu hohen Umweltbelastungen. Für die Wasserversorgung im Campo de Dalías werden heute fossile Wasservorräte aus 100 Metern Tiefe gefördert. Auch aus den Bergen nördlich des Gebiets wird Wasser aus dem Staudamm Benínar in die Anbaugebiete geleitet. Das Wasserdefizit in der Versorgung beträgt rund 50 hm³ pro Jahr. Um die Grundwasserreserven nicht weiter zu belasten, wird heute das Bewässerungswasser aufgefangen, recycelt und wiederverwertet. Auch gereinigtes Abwasser und entsalztes Meerwasser, das in der Meerwasser-Entsalzungsanlage bei Balerma gewonnen wird, sollen den Grundwasserverbrauch reduzieren. Planungen, über Pipelines den Rio Ebro im Norden Spaniens anzuzapfen, sind zunächst wieder eingestellt worden.
Sonderkulturen benötigen eine intensive Düngung und haben einen hohen Bedarf an Agrarchemikalien. Der Eintrag von Pflanzenschutzmitteln in die Böden und die Auswaschung ins Grundwasser führen zunehmend zu einer Beeinträchtigung der Grundwasserqualität. Der Anbau in Monokultur sowie die heißen und feuchten klimatischen Bedingungen in den Gewächshäusern begünstigen den Schädlings- und Pilzbefall. Zusätzlich gelangen durch die "Solarisación", die Bodendesinfektion unter Sonneneinwirkung, erhebliche Mengen an Pflanzenschutzmitteln in das Grundwasser. Bei dieser Methode werden die Böden mit Wasser durchtränkt und den Sonnenstrahlen ausgesetzt. Bei geöffnetem Gewächshausdach erwärmt sich die Bodenoberfläche bis auf 60 bis 70 °C. Diese Temperaturen reichen aus, um unerwünschte Keime abzutöten. Die Auswaschung von Düngemitteln zeigt sich in hohen Nitratbelastungen im Grundwasser. In den drei hydrologischen Einheiten des Campo de Dalías – Balerma-Las Marinas, Balanegra und Aguadulce – wurden Werte ermittelt, die mit mehr als 100 mg/l Nitrat weit über dem zulässigen EU-Grenzwert von 50 mg/l für Trinkwasser liegen.
Die Provinz Almería ist eine der trockensten Gegenden Europas und zugleich die am intensivsten bewässerte. Der hohe Wasserverbrauch in der Landwirtschaft beeinflusst auch die Wasserreserven in der Provinz. Das Grundwasser ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen und zudem versalzen. Der südliche Bereich des Aquifers Campo de Dalías wird seit 1995 offiziell als "übernutzt" bezeichnet.